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_246_ Zehn vor Zwei

_246_ Zehn vor Zwei
Photo by Nathan Dumlao / Unsplash

So wie der Boiler in den Espressomaschinen horizontal eingebaut wurde, ersann man auch die Gelegenheit die Tassen über diesem zu stapeln. Die Abwärme wurde genutzt um zu verhindern, dass die Hitze, die in der kleinen Menge Kaffee gespeichert ist, allzu schnell in die Keramik abwandert.

Das Stapeln der Tassen erfolgt nach alter Barista-Weisheit gemäß eindeutigen Regeln: Obwohl Gastronom*innen gerne das saubere Geschirr verkehrt aufbewahren, damit es als frisch erkennbar bleibt, ist Luft kein guter Wärmeleiter. Deshalb werden die Kaffeetassen besser direkt am Tassenboden aufgewärmt und aufrecht gestapelt, nicht mehr als zwei Tassen hoch. Die Henkel arrangiert man idealerweise wie die Zeiger einer Uhr, die 13:50 anzeigt. Dann kann man sie ohne Umgreifen gleich unter der Brühgruppe platzieren.

Mehr zum Stapeln von Dingen erfährt man übrigens heute auf unserem Ludologischen Symposium.


Heute ist die Sonne über Wien um 7:04 aufgegangen. Dies war der 246. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.

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