_287_ Der Haken an der Sache

Errechnet man sich den Deckungsbeitrag selbst eines sehr teuren Kilos Kaffee (sagen wir mal € 60,–), aus dem man locker 50 bis 100 Tassen macht, kommt man beim handelsüblichen Netto-Preis eines doppelten Espressos (€ 4,–) auf den nicht unerheblichen Betrag von 3€ Gewinnmarge. Da blitzen bei so manchem unerfahrenen Gastronomen die Dollarzeichen in den Augen auf.
Was man nicht bedenkt, dass – im Gegensatz zum Alkohol – Kaffee nicht mit jedem Getränk lustiger wird zu trinken; im Gegenteil es macht tendenziell weniger Spaß: Oldelaf singt ein Lied davon. D.h. die meisten Kunden genehmigen sich einen Kaffee und jede*r Einzelne muss davon überzeugt werden, dass es sich lohnt, für genau diesen einen den Umweg zur jener Espressobar auf sich zu nehmen, bei der man wartet.
Heute ist die Sonne über Wien um 6:28 aufgegangen. Dies war der 287. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.
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