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_364_ Refraktometer

Messgerät zur Bestimmung des Brechungsindex von transparenten Stoffen
_364_ Refraktometer
So in ähnliches Gerät war in dem Bild von gestern abgebildet.

Ein Refraktometer misst mit Licht, wie viele gelöste Stoffe (TDS – totally dissolved solids) im Kaffee enthalten sind – also wie „stark“ er tatsächlich ist. Aus diesem Wert lässt sich berechnen, wie viel Ausbeute, also lösbare Inhaltsstoffe extrahiert wurde und tatsächlich in der Tasse landen.

Ohne den Geschmackseindruck auch nur zu würdigen, bekommt man objektive, vergleichbare Daten. Je nachdem wie das Licht sich unterschiedlich durch die gelösten Teilchen bricht. So lassen sich einzelne Kaffees gezielt feiner abstimmen, Veränderungen und Fehlerquellen erkennen (z. B. durch Mahlgrad oder Wasser-Zusammensetzung) und gute Ergebnisse zuverlässig wiederholen.

Indem man also den Prozentsatz an TDS bestimmt, weiß man zwar nicht, wie ein bestimmter Kaffee schmeckt; dafür kann man sich die Ausbeute ausrechnen: ein gelungenes Getränk enthält so mind. 20% der lösbaren Stoffe. Im laufenden Monitoring wurden so Effekte einzelner Zubereitungsschritten isoliert und die Bedeutung richtigen Tampens, der Mehlverteilung, stumpfer Mahlscheiben, etc. belegt.


Heute ist die Sonne über Wien um 7:10 aufgegangen. Dies war der 365. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.

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