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_379_ "some strong kind of coffee"

Jerry Uelsmann: Photograph und Kunsttheoretiker der Bescheidenheit
_379_ "some strong kind of coffee"
Jerry Uelsmann (1983): Untitled.

Der Effekt seiner surrealistischen Photographien ist noch stärker, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Jerry Uelsmann die Bilder vollständig analog, in der Dunkelkammer verfertigt. Zu seinem Alltag befragt, stellt er klar, dass ihn dabei keine plötzlichen Geistesblitze treffen. Seine Werke entwickeln sich aus kontinuierlichem Werken.

Zu meinen Lieblingstagen gehören solche, an denen ich aufstehe, einen stärkeren Kaffee ["some strong kind of coffee"] trinke und mir Kontaktabzüge von vor vielen, vielen Jahren anschaue. Ich fotografiere immer noch auf Film und versuche, Dinge zu finden, die mir als Ausgangspunkt dienen. Einer der Mythen besagt, dass man plötzlich eine geniale Idee hat. Das geschieht nicht! Gelegentlich gibt es Dinge, von denen man glaubt, dass sie funktionieren werden. Deshalb muss man aktiv an dem arbeiten, was man tut.

Ebenso retrospektiv, nicht am unmittelbaren Geschmack; erst, wenn man mitten im Dunkel des intuitiven Schaffensprozess steckt, erkennen wir eine ungefähre Stärke des Kaffees, der uns so weit gebracht hat.

Interview with Jerry Uelsmann: Invented Realities — Musée Magazine
What captured your imagination regarding surrealism? Back in the 50s you could read every book on serious photography over the weekend and still have time to go swimming. There wasn’t a lot of material out there dealing with surrealism and photography. Although there were certain movements that

Heute ist die Sonne über Wien um 5:50 aufgegangen. Dies war der 379. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.

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