_353_ Pseudo-Espresso
Eine Metallscheibe mit gelaserten Löchern ist klarerweise wiederverwertbar, d.h. es gehen einem nie die Papierfilter aus. (Man kann ihn natürlich auch nicht so bequem in dem Kaffeesatz zusammen in den Abfall stoßen.)
Geschmacklich ändert sich aber auch einiges: kleinste Kaffeepartikel rutschen mit in die Tasse, was zu weniger klaren Ergebnissen führt, dafür aber die Alternative eines intensiveres Mokkas eröffnet: Man kann also mit einer auf einen Teil fein gemahlenen Kaffee, drei Teile heißes Wasser gießen. Ein Teil bleibt in etwa im Puck zurück, macht also bei 20g eingesetztem Kaffeemehl, 40g Getränk im Heferl. Ein Pseudo-Espresso: ohne Druck-Einsatz, ohne Crema, aber auch ohne teure Maschine.
Heute ist die Sonne über Wien um 7:43 aufgegangen. Dies war der 353. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.
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