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_406_ My Hot Take on Cold Brew

Cold Brew! Während Hitzeperioden scheint das naheliegend - ist es aber nicht.
_406_ My Hot Take on Cold Brew
Photo by max fuchs

An diesen heißen Tagen ließt man auf zahlreichen Dreiecks-Aufstellern den Widerspruch-in-sich: Cold Brew – "Kaltbrühungen" – sind sehr beliebt geworden aus zwei fragwürdigen Gründen: Erstens, sie sind sehr einfach herzustellen – man braucht das Wasser nicht mal heiß machen! Zweitens, assoziiert man sie aufgrund des Namens mit erfrischender Kühle. Doch diese kommt vor allem durch die Eiswürfel, auf denen diese Kaltextraktionen gereicht werden – sie könnten genauso gut auch wieder (in der Mikrowelle z.B.) erhitzt werden.

Man vermengt also Kaffeemehl mit kaltem Wasser und lässt es über Nacht stehen. Was die Hitze sonst sofort bewerkstelligt, wird hier mit sehr langer Kontaktzeit wettgemacht. Aber nur ein bisschen: Kaltes Wasser kann nie soviel extrahieren wie heißes. Technisch trinkt man also unterextrahierten Kaffee; eine verschwenderische Methode, die gut geröstetem Kaffee seine Komplexität nimmt.  


Heute ist die erbarmungslose Sonne über Wien um 5:39 aufgegangen. Dies war der 406. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.

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