_411_ Kaffeehaussterben?
Gute Nachrichten! Zuletzt wurde das Café Bräunerhof doch nicht zugesperrt. Die Revitalisierung hat nur vier Millionen Euro gekostet und wird sicher weiterhin erschwingliche Heißgetränkespezialitäten für alle machen. Auf die Betreiber anderer erfolgreicher Innenstadtlokale ("Das schwarze Kameel" und die Plachuttas) ist eben Verlass.
Aber das mein ich gar nicht; die gute Nachricht ist, dass ich im Auftrag der Stadt Wien nun das Kaffeehaussterben untersuchen darf. Zuerst einmal gilt es theoretisch nachzuschärfen: Wer kann denn überhaupt die Räumlichkeiten und damit die halb-öffentliche Szenerie als Bürger*in nutzen? Liegt das Kaffeehaussterben nicht weniger darin begründet, dass alt-ehrwürdige Lokale zusperren, als dass sie einfach an Geltung verloren haben, weil sie nur mehr musealisierte Orte für kaufkräftige Touristen sind?
Hier werde ich laufend über den Erkenntnisstand Bericht zu erstatten. Stay tuned!
Heute ist die Sonne über Wien um 6:13 aufgegangen. Dies war der 411. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.
Dieser Newsletter erklärt im Espressoformat kostenlos, unabhängig und kritisch eine Nebensache zum Hauptanliegen. Längere Essays und vergangene Aussendungen finden sich auf der Website. Empfiehl unser Projekt und leite das Mail weiter, werde Förder-Mitglied und hilf den Standard zu heben, mit dem wir unsere Gegenwart wahrnehmen. Auch ein einmaliges Trinkgeld hilft meinen kulturhistoriographischen Service aufrecht zu erhalten.
Member discussion