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_425_ Coffee Curating Concept

Kaffee aussuchen sollte so leicht sein, wie eine Karte von der Hand zu spielen.
_425_ Coffee Curating Concept
Bube, Dame, König, Ass und Joker: Alle standen für je eine auswechselbare aber bestimmte Kaffee-Option.

Als ich noch Kaffee verkaufte, wollte ich nicht nur viel über die Ladentheke wandern sehen – schon auch!

Dadurch sollte aber noch was passieren: nämlich das allgemeine Niveau auf dem Kaffee getrunken wird, sollte sich sukzessive verbessern. Meine Kunden sollten sich nicht mehr mit dem "Gschloder" zufrieden geben; sie sollten nicht mehr nach der gewohnten Art bestellten ("Ich nehme immer nur einen Schuss Milch!"), sondern nach Herkunft, Saison, Verarbeitung – wie es beim Wein schon längst üblich ist; sie sollten sich für die Sache selbst interessieren und dann entscheiden, wie diese am besten zur Geltung kommt.

Zwar habe ich sehr erfolgreich Kaffee verkauft, doch ist die dem Anliegen entsprechende Neuerung in Vergessenheit geraten: Ich identifizierte sechs verschiedene Typen von Menüoptionen – eine Hand voll. Und aus denen auszuwählen, sollte so einfach sein, wie eine Karte auszuspielen. Erik Norden entwickelte die graphische Ausgestaltung des Coffee Curating Concepts. Eine Sorte, die ins Programm aufgenommen wurde, übernahm damit eine bestimmte Funktion im Angebot: preislich, methodisch, geschmacklich.

Ist das schon Kurationismus?


Heute ist die Sonne über Wien um 7:14 aufgegangen. Dies war der 425. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.

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