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_429_ Fünf-Aufguss-Verfahren

Eine Faustregel für eigene Pourovers mit der V60
_429_ Fünf-Aufguss-Verfahren
Photo by Sean Benesh

Man kann eine Wissenschaft draus machen. Ich zähle mich selbst auch zu jenen, bei denen sich eine Leidenschaft sehr trocken ausdrücken kann: Akribie nimmt überhand und der Perfektionsmus dringt bis ins letzte Detail. Dort – im Hunderttausendsten – lassen sich Ergebnisse auch wieder hinterfragen und die angewandte Prozedur anzweifeln.

Dieser Wahnsinn kann für andere aber ein Hindernis sein, sich dem eigenhändigen Filterkaffee brühen zu öffnen. Ich schätze daher nach allem übertriebenen Räsonnieren plausible und handliche Faustregeln. So horchte ich auf als ein ehemaliger Champion seine Siegermethode als simple "Five-Pour-Method" verkaufte: Wenn man also das Zielgewicht durch fünf teilt, erhält man die fünf Schritte für den Aufguss per V60, die auf die allgemeineren fünf Schritte für sämtliche Arten der Kaffeezubereitung folgen.

Zum Beispiel: Ich habe 30g Kaffee gemahlen, woraus sich ein Zielgewicht von 500g Kaffee ergibt. Daher sind 100g ist ein gutes Maß um das Blooming anzuregen. Dann wartet man bis der Durchfluss zum langsamen Tropfen wird. So hat man auch bei einem undurchsichtigen Gefäß und hörbaren Rhythmus. Solange man eine Waage hat, kann man sehr intuitiv und präzise zugleich erstklassigen Kaffee brühen.


Heute ist die Sonne über Wien um 7:26 aufgegangen. Dies war der 429. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.

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