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Die Laptop-Verbote in den Kaffeehäusern treiben seltsame Blüten.
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Wieso das eine antikapitalistische Konsequenz sein soll, verstehe ich nicht. Aber Laptop-Verbote treiben in der Tat seltsame Blüten.

Cafés in Oberbobobezirken, die bei hohen Einkaufspreisen ihrer Bioware auch noch horrende Mieten zahlen müssen, stehen vielleicht wirklich vor dem ökonomischen Problem, den Platz eigentlich nicht entbehren zu können, den manche für Stunden einnehmen, wenn dann Büro gehalten wird.

Dieses Kalkül vermischt sich jedoch mit der Annahme des Kaffeehauses als einem Behältnis für geselliges Beisammensein – wobei schon den Kaffeehausliteraten klar war, dass man im Café gemeinsam für sich ist, wie sonst nirgendwo. Mittlerweile sitzen ja Leute genauso lang unbeweglich vor ihren Smartphones, was man ihnen als guter Gastgeber auch einfach gönnen könnte. Ist nun mal noch bequemer als ein Zeitungshalter.

Wie Klenk seine Entscheidung günstiger zu frühstücken als antikapitalistisch versteht, erschließt sich mir nicht. Selbst zärtliche politische Eingriffe, die mir einfallen sind noch keine Vergesellschaftung der Kaffeemaschine: Aber eine Leerstandsabgabe, damit es günstiger ist ein Lokal zu betreiben und eine belebtere Sockelzone entsteht, wäre mal ein Anfang. Oder vielleicht Parkgebühren erhöhen, damit auch reichlich Platz für Schanigärten zur Verfügung steht?

Und dann müsste man auch Handy und Computer mal sein lassen und anstatt sich bei der Social Media Gefolgschaft tausend Likes abzuholen mit den Leuten, die man trifft über die Revolution reden.


Heute ist die Sonne über Wien um 5:09 aufgegangen. Dies war der 404. Second Sunrise, eine persönliche Notiz zu Kaffee und Alltagskultur.

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